Wie lange die Fuxsteiners im Pielachtal in Niederösterreich schon Dirndlschnaps brennen, weiß keiner so genau. Die erste urkundliche Erwähnung des Hofs stammt aus dem Jahr 1112, und auch die Sträucher, von denen die Dirndln stammen, sind im Schnitt zumindest 200 bis 400 Jahre alt. Ein Exemplar soll sogar bereits 1000 Jahre alt sein.

„Die Dirndlsträucher sind wie Olivenbäume“, sagt Josef Fuxsteiner. „Sie sind unverwüstlich. Früher wurden sie von den Bauern als Begrenzung zwischen den Feldern gepflanzt, weil sie ewig stehen und unverrückbar sind.“ Bis heute prägen sie die Landschaft des Pielachtals mit ihren kleinen Seitentälern und mineralischen Böden.

Traditionell wurden die Früchte, die von Slow Food in die Arche des Geschmacks aufgenommen worden sind, immer zu Schnaps gebrannt, und dabei ist es wichtig, dass sie bei der Ernte vollreif sind: Die Dirndl ist erst gut, wenn die Beere von selbst vom Strauch fällt. Die Bauern spannen im Herbst Netze unter den wilden Sträuchern auf und lesen die Früchte alle ein, zwei Tage von Hand auf – nur die besten werden für die Weiterverarbeitung verwendet.

„Der Aufwand ist sehr groß, die Ausbeute sehr gering. Deswegen müssen sehr viele Hände zusammen helfen, damit unsere Pro- Der Jahrtausend-Schnaps dukte entstehen können“, sagt Fuxsteiner. Seine Familie macht aus den Dirndln außer dem berühmten Dirndlernen noch die hervorragend schmeckende süß-säuerliche Marmelade, Sirup, Likör und vieles mehr. Und weil die Sträucher so alt werden und die Fuxsteiners nicht ans Aufhören denken, wird es all das hoffentlich noch weitere Jahrhunderte geben.

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